True Key – Der Nutzer als Passwort

Mit True Key nimmt Intel biometrische Daten als Passwort (Quelle: Bigstock-ID-74204581-by-kentoh)

Auf der Consumer Electronics Show (CES), die Anfang Januar in Las Vegas stattfand, präsentierte der US-amerikanische Chip-Hersteller Intel ein neues System für die Verwendung von Passwörtern. Dieses soll die Verwaltung der geheimen Codes sicherer und einfacher gestalten. Zu diesem Zweck setzt das Unternehmen in erster Linie auf die Verwendung biometrischer Daten.

Die Probleme bei der Verwaltung von Passwörtern

Das Internet bietet immer vielfältigere Dienstleistungen an. Es ist beispielsweise üblich, dass die Nutzer Emails verwenden, ihre Bankgeschäfte online erledigen, bei mehreren Händlern im Internet Waren bestellen und zahlreiche weitere Online-Dienste nutzen. Fast immer ist es dabei notwendig, sich mit einem Benutzernamen und einem Passwort anzumelden. Die Sicherheitsexperten raten dazu, für jede einzelne Dienstleistung ein separates Passwort zu wählen. Geschieht dies nicht, kann es recht einfach sein, die Zugangsdaten zu knacken. Auf der anderen Seite fällt es jedoch sehr schwer, sich eine große Anzahl an unterschiedlichen Passwörtern zu merken. Aus diesem Grund bieten fast alle Webbrowser die Möglichkeit, diese für die einzelnen Seiten zu speichern. Allerdings bringt dies das Problem mit sich, dass bei einem Diebstahl oder Verlust des Rechners fremde Personen Zugang zu allen Passwörtern erhalten und damit viel Schaden anrichten können.

Die Verwendung eines Passwortdienstes

Um es den Benutzern zu erleichtern, auf die Passwörter zuzugreifen, gibt es viele Angebote für einen Passwortdienst. Dabei kann der Nutzer alle Passwörter auf einem externen Server abspeichern. Wenn er sich dort anmeldet, erfolgt eine automatische Bereitstellung der Passwörter für alle Dienste. Der Server verfügt über einen speziellen Schutzmechanismus, um einen Datendiebstahl zu verhindern. Der Anwender muss sich auf diese Weise nur ein einziges Passwort merken, um auf alle unterschiedlichen Dienste zugreifen zu können. Allerdings hat auch dieses System einige Schwachstellen. Sollte ein Datendieb das Passwort für den entsprechenden Zugang entschlüsseln, stehen ihm alle Seiten offen.

Der neuartige Ansatz von Intel

Für den neuartigen Passwortdienst True Key verwendet Intel ein ganz neuartiges System für die Anmeldung. Der Nutzer kann dabei aus mehreren Alternativen für die Anmeldung auswählen. Nach wie vor ist es möglich, sich durch die Eingabe eines Passworts bei True Key anzumelden. Die wesentliche Neuerung besteht jedoch darin, dass es auch möglich ist, biometrische Daten zu verwenden. Die Anwender können sich beispielsweise mit ihrer Webcam fotografieren. Ein automatisches Programm zur Gesichtserkennung überprüft daraufhin, ob es sich bei diesem Schnappschuss um den richtigen User handelt. Eine weitere Alternative besteht darin, den Fingerabdruck einzuscannen und für die Überprüfung an Intel zu übermitteln. Darüber hinaus ist es möglich, das Smartphone zur Überprüfung zu verwenden. Bei der Anwendung übermittelt True Key ein Signal an das Handy und der Benutzer muss daraufhin über den Bildschirm streichen, um zu beweisen, dass es sich dabei um den Besitzer des Geräts handelt.

Die Sicherheit von True Key

Mit der Einführung dieses neuartigen Systems will Intel in erster Linie die Sicherheit bei der Verwendung von Passwörtern im Internet verbessern. Daher stellt sich die Frage, ob dies durch die Verwendung biometrischer Daten tatsächlich möglich ist. Dabei wird deutlich, dass diese Daten recht leicht zu kopieren sind. Beispielsweise ist es relativ einfach, eine fremde Person zu fotografieren, um die Aufnahme für die Gesichtserkennung zu verwenden. Der Chaos Computer Club hat außerdem kürzlich vorgeführt, dass auch die Überprüfung des Fingerabdrucks mit einem gewöhnlichen Foto überlistet werden kann. Dies bedeutet, dass jedes einzelne dieser Verfahren die Sicherheit nicht erhöht. Der Vorteil von True Key besteht hingegen darin, dass dieses System die verschiedenen Identifizierungsmöglichkeiten miteinander kombiniert. Die Anwender können beispielsweise eingeben, dass sie für die Verifizierung ein Passwort, eine Gesichtserkennung und den Kontakt über das Smartphone verwenden möchten. Die Anmeldung zu der Dienstleistung ist trotz dieser mehrfachen Absicherung recht einfach. Das Handwerk der Datendiebe wird so jedoch erheblich schwieriger, da sie für den Zugriff deutlich mehr persönliche Daten benötigen als bisher. Für die Sicherheit der Daten auf dem Server verwendet Intel einen speziellen Verschlüsselungscode. Nach Angaben des Unternehmens können nicht einmal die eigenen Mitarbeiter auf die persönlichen Daten zugreifen.

Die hochgesteckten Ziele von Intel

Der Passwortdienst True Key ist bislang noch nicht verfügbar. Der genaue Zeitpunkt der Markteinführung steht bislang noch nicht fest. Dennoch nimmt der Konzern bereits jetzt Anmeldungen entgegen. Die entsprechenden Nutzer können den Dienst dann bereits vor der Markteinführung verwenden. Damit sind die Pläne von Intel jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Konzern plant, den Erkennungsdienst in Zukunft noch weiter auszubauen. Bei der Vorstellung auf der CES verkündete Intel, dass das Unternehmen plane, mit dieser Technologie in Zukunft auch Sicherungssysteme für die Haustür und für das Auto zu ermöglichen. Allerdings steht diese Entwicklung noch ganz am Anfang und der Konzern sucht bislang noch nach geeigneten Partnern für die Umsetzung.

Die Preisstruktur für True Key

Obwohl der Service für die sichere Verwendung der Passwörter noch nicht verfügbar ist, hat Intel bereits die Preisstruktur veröffentlicht. Demnach kann jeder Nutzer die Passwörter für bis zu 15 verschiedene Internetdienste kostenlos abspeichern. Insbesondere für private Nutzer sollte diese Zahl bislang ausreichen. Sollte dennoch ein höherer Bedarf bestehen, gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Zum einen können sich die Anwender einen größeren Speicherplatz verdienen, indem sie den Service anderen Nutzern weiterempfehlen. Zum anderen wird auch ein Premium-Paket für 20 Dollar pro Jahr erhältlich sein.

 

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