Makroviren

Bei Makroviren handelt es sich um eine spezielle Form von Computerviren, die durch sogenannte Makros in einem unverdächtig erscheinenden Dokument eingebettet sind, der sogenannten Wirts-Applikation. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Excel-, Word- oder eine OpenOffice-Datei handeln. Da Makroviren meist über Textverarbeitungsdokumente verbreitet werden, bezeichnet man sie auch als Dokumentenviren.

Bei Makroviren wird das versteckte Makro durch das Öffnen der infizierten Datei automatisch mitgestartet und beginnt unmittelbar mit der Infiltrierung der jeweiligen Software. Da es in der Regel selbst in einer Makrosprache geschrieben ist, beispielsweise in der gängigen Microsoft-Skriptsprache VBA, kann es erheblichen Schaden verursachen, insbesondere sich relativ schnell verbreiten. Dies betrifft besonders solche Makroviren, die gezielt Standardvorlagen einer Bürosoftware verändern können. Sie sind hierdurch in der Lage, künftig alle über einen attackierten Rechner neu erstellen Text- und Tabellendokumente systematisch zu infizieren.

Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Virentypen ist die Tatsache, dass ein Makrovirus lediglich von der Wirts-Applikation, nicht aber vom jeweiligen Betriebssystem des Computers abhängig ist Somit kann sich ein Makrovirus auch auf Macintosh-Systemen verbreiten. Dies ist dann der Fall, wenn auf einem Mac-Rechner ein Microsoft-Officepaket verwendet wurde.

Makroviren werden also vor allem für weit verbreitete Bürosoftware, Grafikprogramme oder Präsentationssoftware geschrieben. Einfallstore für Makroviren sind dabei zumeist infizierte Dokumente, die beim Datenaustausch in Netzwerken oder per E-Mail-Anhang verbreitet werden. Hochwertige Antivirensoftware ist im Allgemeinen in der Lage, derartige Computerviren sofort zu erkennen. Sollte dennoch eine Infizierung gelungen sein, wird dies von Computernutzern meist durch plötzlich auftretende Probleme mit ihrer Bürosoftware wahrgenommen. Deren Dokumente lassen sich dann beispielsweise nur noch als Vorlagen speichern. Besonders drastisch bemerkbar kann sich eine Infizierung durch einen Makrovirus etwa auch durch ungewöhnlich klingende Fehlermeldungen bemerkbar machen.

Einer der bekanntesten Makroviren war der 1999 erstmalig aufgetretene Melissa-Virus. Dieser nistete sich über eine infizierte Doc-Datei in das E-Mail-Programm von Microsoft ein und verbreitete sich von dort massenhaft auf andere Computer.

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