Immer mehr Viren zielen auf Macs

Immer mehr Mac Laptops und Computer werden von Viren befallen (Quelle: Bigstock-ID-53968663-by-Metsafile)

Während der letzten Jahre ist auch dem letzten Mac-Enthusiasten klar geworden: Das goldene Zeitalter des wurm-und virenfreien Apfels ist endgültig vorbei. Aber etwas Beruhigendes vorweg: Malware-Attacken unter Mac OS X sind immer noch weniger gravierend als jene auf Windows. Aber Wachsamkeit Mac Viren gegenüber ist angebracht! Hacker und Cyberkriminelle haben sich früher auf Windows konzentriert, da die Mehrheit der Computer sich des Windows-Betriebssystems bediente. Seit sich Apples Mac-Reihe aber mehr und mehr durchsetzt, ist die schicke Technologie mit dem Apfel mehr und mehr von Mac Viren bedroht

200.000 neue Windows-Malware-Varianten…

…werden täglich entdeckt. In der Mac-Welt sind wir von solchen astronomischen Zahlen noch weit entfernt. Trotzdem: Es gibt reichlich Mac Viren, die iMacs oder MacBooks, aber auch Iphones und Ipads infizieren können. Malware für Apple ist kein neues Problem. Schon 1982 hat ein gewisser Rich Skrenta den Elk Cloner Wurm geschrieben, um Apple II Computer zu attackieren. Doch das ist nur noch ein historisches Detail. Wer arbeitet noch auf Apple II oder Rechnern mit Mac OS 9?

Attacken auf Mac OS X

In 2014 begehen wir ein trauriges Jubiläum: Nämlich den zehnten Jahrestag der Mac OS X Malware. Hier einige Beispiele fetter Würmer, Trojaner und Mac Viren:

  • Renepo (2004)
    Der erste Wurm seiner Art. Renepo wurde speziell für Mac OS X geschrieben. Wenn man das Wort von rechts nach links liest, verrät sich sein Zweck: Opener – also Öffner! Renepo konnte Passworte auslesen, Firewalls durchbrechen und Updates einfach ausschalten. Glücklicherweise blieb Renepo relativ harmlos, denn er verbreitete sich nicht über das Internet. Der Angreifer musste sich den Rechner schon persönlich vornehmen, um diese Mac Viren zu installieren. Trotzdem war Renepo nicht nur ein Passwort- sondern auch ein Augenöffner: Macs waren also nicht unverwundbar, wie die Meisten von uns dachten!

 

  • Leap (2006)
    Leap war der erste echte Wurm für das Mac OS X Betriebssystem. Er ähnelte einem E-Mail oder Instant-Messaging-Wurm. Er sprang auf andere Macs durch infizierte iChat Messages über. Mac-Fans behaupteten damals, dass es sich bei Leap um kein Virus handelte, sondern um einen Trojaner, was erstens unrichtig und zweitens irrelevant für den einzelnen Geschädigten war. Leap verschwand so schnell, wie er gekommen war. Ihm folgte Inqtana, ein Proof-of-Concept-Wurm, der sich über eine Bluetooth-Schwachstelle verbreitete. Sage noch einmal jemand, es gäbe keine Mac Viren für Mac OS X! Es gab und gibt sie!

 

  • Jahlav (2007)
    Mit Jahlav wurde es richtig ernst. Der Wurm – auch als RSPlug bekannt – gehörte zu einer Malware-Familie, die einen Windows-Trick anwandte. Jahlav kaperte die DNS-Einstellungen eines infizierten Rechners und tauchte in den unterschiedlichsten Versionen auf. Es war keine gute Idee, bestimmte pornographische Videos herunterzuladen, denn Jahlav bediente sich gefälschter Video-Codecs. Die kriminellen Banden hinter Jahlav wussten, wie leicht pornosüchtige User vorschnell die Anwendungserlaubnis erteilen würden. Und der Leichtsinn betraf nicht nur pornographische Inhalte: Auch soziale Netzwerke verlangten und verlangen oft unsere Zustimmung, um einige Anwendungen auszuführen. Wir erteilen sie oft, ohne nachzudenken.

 

  • MacSweep (2008)
    MacSweep gehörte zur sogenannten “Scareware” – einer Software, die mit der Angst der User vor Ausspähung ihrer Privatdaten und der Existenz von Sicherheitslücken spielte. MacSweep animierte die Sicherheitsbewussten, Vollversionen der Software herunter zu laden.

Der Schneeleopard erwacht spät, aber doch

Bei Version 10.6. Snow Leopard von Mac OS X schienen die Programmierer endlich aufzuwachen. Snow Leopard war das erste Betriebssystem-Update, das ein eingebautes Anti-Virus-Schutzschild hatte. Es war zwar nicht erstklassig, aber besser als gar nichts. Leider konnte die Anti-Virus-Funktion nur zwei verschiedene Malware-Versionen entdecken. Niemand konnte sich mit einem so rudimentären Schutz zufrieden geben.

Weitere Mac Viren-Attacken

  • Die Attacke in 2010
    In 2010 tauchte Boonana auf und bewies, dass die Unterschiede zwischen Mac, Linux und Windows keine große Rolle mehr spielten. Der auf Java basierende Trojaner verbreitete sich über Nachrichten, etwa bei Facebook, verkleidete sich als Video und fragte: “Bist du das in dem Video?” Nicht wenige waren neugierig und bezahlten dafür mit einer Infektion!

 

  • MacDefender (2011)
    Mit MacDefender erreichten Mac Viren-Infektionen neue Höhen. Immer mehr Nutzer berichteten von seltsamen Sicherheitswarnungen auf ihren Macs. Mit Hilfe von Search Engine Optimierungstechniken (SEO) schafften es böswillige Hacker, Besucher auf infizierte Websites zu locken und sie durch unterschiedliche Methoden zum Eintippen ihrer Kreditkartendetails zu animieren.

 

  • Flashback (2011/2012)
    Bis 2012 hat der Flashback Malware-Ausbruch laut Apple mehr als 600.000 Macs infiziert. Sicherlich ist die Dunkelziffer um Einiges höher. Flashback gab sich als Installationsprogramm für Adobe Flash aus und nutzte, in der Absicht, Daten zu stehlen, eine ungepatchte Schwachstelle in Java aus.

Iphones und Ipads – sind wenigstens die sicher?

Nicht vor WireLurker, wie eine kalifornische Netzwerkfirma warnt. Ende 2014 tauchte dieser bitterböse neue Virus auf, der durch USB-Kabel reist. Verbindet man sein Iphone oder Ipad mittels USB-Kabel mit dem Mac Desktop Computer oder dem Laptop, installiert WireLurker die auf dem Computer versteckte Malware auf den mobilen Endgeräten. Dabei ist es gleichgültig, ob etwa das Iphone an einen der großen Provider gebunden ist oder über andere Sim-Karten aktiviert ist. Die Malware-Codes schleichen sich zuvor über “Third Party Apps” aus dem App Store auf die Festplatten der Computer. Das ist an sich nichts Neues. Neu ist allerdings, dass zum ersten Mal ausschließlich Apple-Geräte betroffen sind

Fazit:

Die Zeit der Apfel-Unschuld ist endgültig vorbei! Genau wie bei Windows, gibt es zwischen Hackern und Anti-Virus Softwareentwicklern ein Wettrüsten. Auch wenn die Ausmaße noch nicht so gravierend sind wie bei Windows, ist dies doch nur eine Frage der Zeit.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 53968663 by Metsafile

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *