Computerviren über WLAN-Netze auf dem Handy

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Die Horrorvorstellung eines jeden Smartphones Besitzers. Der Computer Virus verbreitet sich über WLAN-Netz automatisch auf weitere Geräte und plötzlich ist nicht nur der eigene PC betroffen, Smart-TV und Handy hat es ebenfalls erwischt. Doch ist solch ein Szenario überhaupt möglich? Können sich Viren via WLAN von selbst auf andere Geräte übertragen? Kann mich sich gegen die automatische Verbreitung von Computerviren schützen? Wir wollen der Frage einmal genauer nachgehen und geben Tipps, wie man Geräte schützen kann.

Super-Computerviren verbreiten sich über WLAN

Es ist kein Mythos, aber es gibt diesen Super Virus bereits, welcher das Potenzial besitzt sich über ein Funknetzwerk auf andere elektronische Geräte, wie Handys, Fernsehapparate, Tablets, Router oder Hifi- und Blue-Ray-Player zu überragen. Dieser Schädling wurde aber nicht etwas in grauen Kellern oder den Zimmern von Hackern ausgetüftelt, er stammt aus einem britischen Universitätslabor in Liverpool und hört auf den Namen „Chameleon“. Viele Details über dessen Verbreitung und Aufbau sind natürlich nicht bekannt, vor allem um kriminelle Intentionen keinen Handlungsspielraum zu bieten. Bisher galt es allerdings als unmöglich, eine Schadsoftware zu entwickeln, welche das WLAN angreift. Das Entwicklerteam aus Grobbritannien hat natürlich nicht vor unsere Netzwerke zu infizieren und uns in ein nie dagewesenes Chaos zu stürzen, vielmehr dient ihre Forschung der Prävention, um mögliche Schwachstellen zu identifizieren und um künftige Antiviren Programme sicherer zu machen.

Das Smartphone als Überträger von Schadsoftware

Das eigentliche Übel dieses Virus steckt aber in den Hosen und Taschen fast aller Menschen. Vor einigen Jahren, hätte sich dieses neuartige Computervirus nur über stationäre Router übertragen können, kaum mehr als 50 Meter weit. In einem Beispiel der britischen Forscher geben Sie an, dass lediglich 48% der circa 100.000 Router in London über eine sichere Verschlüsselung verfügen. Fast ein Viertel von Ihnen sei völlig ungeschützt. Großstädte wie London und Ballungszentren wären betroffen. Zwar könnte man eine Art Funkschneise schlagen, ähnlich wie bei einem Waldbrand, in dem man versucht der drohenden Gefahr die Nahrungsquelle zu entziehen, aber für ein Funknetzwerk? Mit der Verbreitung moderner Smartphones und des WIFI Standards bieten sich einem solchem Schädling ganz neue Verbreitungsmöglichkeiten. Einmal auf das Handy übertragen, verbreitet man unwissentlich einen solchen Virus in Städten, Gemeinden, über Grenzen hinweg bis in den letzten Winkel unserer vernetzten Welt. Ganze Kontinente könnten binnen weniger Tage vollständig infiziert sein – ein Szenario wie es Hollywood nicht besser hätte verfilmen können. Wie man das Handy absichert und Sicherheitslücken aufspürt ist mit Hilfe vieler Apps bekannt, doch birgt die Unwissenheit vieler Nutzer noch eine erschreckend hohe Gefahr.

Wenig Lehren aus der Vergangenheit gezogen

Das Computerviren nicht erst seit Kurzem eine Gefahr darstellen ist durchaus bekannt. Im Jahr 1983 prägte der kalifornische Wissenschaftler Fred Cohen an der California University das erstmals den Begriff des „Computervirus“. Bereits ein Jahr zuvor entwickelte der damals 15-jährige Schüler Rich Skrenta den ersten Boot-Sektorvirus, welcher sich über Disketten auf Apple-Rechnern verbreiten konnte. Zwar waren diese anfänglichen Viren noch harmlos und dienten in erster Linie Versuchs- und Forschungszwecken, doch sind aus der jüngeren Vergangenheit auch andere Beispiele bekannt. Neben Computerviren sind in den vergangen Jahren vor allem s.g. „Würmer“ zu einem beliebten Mittel krimineller Machenschaften geworden. Hacker bedienen sich oft dieser Würmer um ganze Netzwerke und Server zu befallen, um u.a. Daten ausfindig zu machen.

Die schlimmsten Hacker Angriffe der Geschichte

Erst vor wenigen Wochen ist einer der größten Datendiebstähle der Geschichte aufgeflogen. Russische Hacker haben womöglich über 1,2 Milliarden Benutzerdaten weltweit erbeutet. Die amerikanische IT-Sicherheitsfirma Hold Security vermeldet Anfang August 2014 den Diebstahl von Nutzernamen und Passwörtern großer Internet Portale, darunter auch zahlreiche deutsche Seiten. Wenige Monate zuvor deckte der Virus mit dem Namen „Heartbleed“ eine weitere Sicherheitslücke in der Kommunikation zwischen Computer und Server auf, über die Millionen Nutzerdaten abgefangen werden konnten. Die Abhöraffäre rund um Angela Merkel und sämtliche Spionage Aktivitäten, welche rund um den Insider Edward Snowden aufgeflogen sind, kann man auf Computerviren zurückführen. Ein Spähprogramm ist nichts anderes, welches sich unbemerkt auf einem Handy oder Computer installiert und Daten an Dritte weitergibt. Selbst im militärischen Bereich wird bereits heute mit der neusten Technik gearbeitet und man setzt in der Kriegsführung auf Computerviren. So haben, mutmaßlich amerikanische und israelische Wissenschaftler, im Jahr 2010 den Computerwurm STUXNET in das iranische Computernetzwerk eingespeist. Stuxnet war ein ganz spezielles Programm, zur Steuerung eines technischen Prozesses der Firma Siemens. Die Programmierung dieses Virus diente einzig der Zerstörung der Urananreicherungsanlage in Natanz – was ihm auch gelang und das iranische Atomwaffenprogramm um Jahre zurück warf.

Fazit: Panik oder zurück in die Steinzeit?

Die zunehmende Vernetzung unserer Welt ist ein nicht endender Prozess. Täglich werden neue Router, WLAN-Netze und Smartphones in Betrieb genommen. Alternativen zu einem drahtlosen Datenaustausch sind heute kaum noch vorstellbar, es gilt also andere Wege zu finden. Wir müssen alle einen Teil dazu beitragen unsere Netze und Handys sicherer zu machen. Die richtige Datenverschlüsselung, eine stets aktuelle Anti-Spy Software sind sicher die einfachsten Wege, welche jeder selber beeinflussen kann. Doch auch die Hersteller sind gefragt, einen Sicherheitsstandard einzuführen, welcher den Normen und Bedrohungen entspricht. Nicht zu letzte ist aber auch die Politik gefordert, Standards einzuführen und diese verpflichtend gültig zu machen. Mit der Digitalen Agenda hat sich der Innenminister Thomas de Maizière aktuell dem Thema gewidmet und verspricht zusätzliche Gelder und Mittel die deutschen Netze und Behörden sicher zu machen.

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