Antivirus Software: Ist Bezahl-Software immer sicherer als die Gratis-Programme?

Was ist besser? Bezahlsoftware oder Free-Antivirusprogramme? (Bildquelle: BigStock-ID: 50241848 by bannerwega)

Viren, Spy- und Malware sind inzwischen Begriffe, die jeder regelmäßige Nutzer eines Computers kennt. Um den teils nur ärgerlichen und teils sehr gefährlichen Angriffen über das Internet oder fremde Datenträger entgegentreten zu können, bieten Software-Firmen entsprechende Antivirus-Software an. Sowohl zum Kaufen wie auch als Free-Edition. 

Bei den kostenlosen Programmen handelt es sich üblicherweise um abgespeckte Versionen der Bezahl-Software. Stellt sich nun die Frage, ob der jährlich zu entrichtende Betrag für die regelmäßige Aktualisierung und ein vornehmlich besseres Programmumfeld berechtigt ist oder die kostenlose Version nicht genügt?

Ein kleiner Antivirus Test kann hier Aufschluss geben

Zur Auswahl für den Antivirus Test kommen hier 5 mehr oder weniger bekannte Software-Lösungen zum Einsatz, von denen je eine Freeware und eine Bezahlversion verfügbar ist. Der Antivirus Test erfolgt hierbei sowohl auf Windows XP und Windows 7 Betriebssystemen, die aktuell die höchste Nutzungsdichte bei den PCs besitzen.
Zur Auswahl stehen die Programme von:

  • Avast
  • AVG Anti-Virus
  • Avira
  • Comodo
  • Panda

Grundsätzlich sind die freien Versionen der Programme nur für die private Nutzung erlaubt. Den größten Unterschied bei allen freien Antivirus-Programmen zu den Bezahlversionen besteht im Fehlen von Web-Filtern und Verhaltenserkennung. Ein weiterer Nachteil sind die verzögerten Update-Intervalle. Große Ausnahme hierbei jedoch Avast und Panda, die ihre kostenlosen Versionen genauso schnell wie die Bezahlversionen updaten. Auch in der Verhaltenserkennung bestehen Ausnahmen. Wiederum ist es Avast und dann Comodo, deren Scanner mit einer Verhaltenserkennung ausgestattet sind. Noch einmal muss hier im Antivirus Test die kostenlose Version von Avast hervorgehoben werden. Das Programm verfügt über einen Web-Scanner, der alle bestehenden HTTP-Verbindungen überprüft, und zwar Online, bevor etwaige Schadcodes auf den Webseiten den heimischen Rechner erreichen.

Der Programmvergleich im Antivirus Test

Avast Free Antivirus gegen Avast Internet Security sowie Avast Premier

  • Die freie Version bietet einen intelligenten Antivirusschutz, ein Browser Cleanup, Heimnetzwerk-Sicherheit sowie ein Smart-Scan. Die beiden Bezahlversionen beinhalten diese Funktionen natürlich ebenso und bieten darüber hinaus ein Secure DNS gegen gefälschte Webseiten, Sandbox-Testbereich zum Prüfen von Apps und Dateien, SafeZone für den Internetzahlungsverkehr, Anti-Spam, Firewall und nur in der Premier-Version ein automatischer Software-Updater und ein sehr zuverlässiger Datenschredder.
  • Die Bezahlversion von AVG bietet Antivirus, Linkschutz, File Shredder, E-Mail-Schutz, Online Shield, Daten Safe. Die Free-Version beinhaltet den Antivirus, den Linkschutz und den File Shredder.
  • Avira bietet gegen Bezahlung einen Echtzeitschutz, Anti Ad/Spyware, Spurenblocker, erweiterter Schutz von Netzlaufwerken, Browser-Schutz sowie den Sicherheitsberater, wobei Spurenblocker und Sicherheitsberater mit der Avira SearchFree Toolbar verbunden sind. Bis auf den Schutz der Netzlaufwerke und dem Browser-Schutz beinhaltet die Avira Free Version alle anderen Funktionen gleichermaßen
  • Die freie Version von Comodo beinhaltet Antivirus, Defense und Host Intrusion Protection, Sandbox, Complete Virus Protection und Virus sowie Malware Scanner.
  • Die Bezahlversion von Comodo bietet zusätzlich eine 500 Dollar Garantie auf den Schutz gegen Virenbefall sowie einen Firewall-Schutz und ein Remote Security & System Support.
  • Panda bietet gleich fünf verschiedene Versionen vom kostenlosen PC-Schutz gegen Viren bis zu vier sich steigernden Bezahlversionen die in der höchsten, der Panda Gold Protection, neben dem Virenschutz gegen Hackerangriffe sowie Identitäts- und Datenklau schützt. Dazu kommen Versionen für Android und Mac, ein PC-TuneUp, eine digitale Offenlegung des Lebens (was auch immer das ist?) sowie diverse VIP-Dienste und natürlich der technische Support.

Sind Bezahlversionen im Antivirus Test wirklich überlegen?

Ja und Nein. Bei einem Antivirus Test kommen verschiedene Aspekte zum Tragen. Da ist zum einen die Anwendung der freien Versionen, die sich ausdrücklich auf den privaten Bereich bezieht. Damit schränken sich fast schon automatisch die möglichen Angriffspunkte für Schadware oder Viren ein, es sei denn der private Anwender verwaltet für seine Familie ein größeres Netzwerk, an dem mehrere Rechner hängen. Einen privaten Einzel-Platz-Rechner mit einem umfangreichen Anti-Virus-Programm auszustatten, bedeutet immer auch einen Verlust an Performance, der wiederum in einem großen Firmennetzwerk nicht so zum Tragen kommt. Insofern ist ein Antivirus Test von Bezahlversionen gegen Gratis-Software ein bisschen unrealistisch. Natürlich bieten die Bezahlversionen mehr, jedoch benötigt der private Anwender dieses „Mehr“ in der Regel nicht.

Das Ergebnis des Antivirus Test

Bei einem Antivirus Test auf den Windows-Betriebssystemen XP und 7 geht es neben einem effektiven Schutz gleichermaßen um die Beeinträchtigung der Performance. Was nützt dem Anwender ein sicherer Rechner, der jedoch durch das Antivirus-Programm so stark ausgebremst wird, das vernünftiges arbeiten oder surfen nicht mehr möglich ist.

Wer jetzt denkt, dass der Sieger schon feststeht, der hat sich getäuscht. Für den privaten Anwender hat sich das Programm Panda Free Antivirus als am geeignetsten herausgestellt, da der Virenschutz bei Panda über eine kollektive Cloud erfolgt, die den Rechner nicht direkt belastet, aber von der Suche und vor allem dem finden von Viren auf anderen Rechnern profitiert.

Für den gewerblichen Einsatz heißt der Sieger unter den fünf getesteten Programmen des Antivirus Test Avira Internet Security 2015. Die professionelle Version beinhaltet neben dem Antiviren-Tool einen Root-Killer, Spam-Schutz, Firewall, Phishing-Sicherung, Malware-Schutz sowie Tuning-Optionen für verbesserte Leistung und Datenverschlüsselung.

Bei den kostenlosen Programmen folgen auf den Plätzen 2 bis 5 Avast, Avira, Comodo, und AVG. In der Hitliste der Bezahlprogramme sind es Avast, AVG, Panda und Comodo.
Jeweils in der Reihenfolge der Aufzählung.

Fazit:

Für die private Anwendung, die über ein normales Surfverhalten nicht hinausgeht, ist eine freie Version durchaus akzeptabel und auch völlig ausreichend. Dabei sollte bedacht werden, dass die Unternehmen auch von den freien Versionen profitieren und dies nicht aus reiner Menschenliebe tun. Da ist zum einen die Werbung für die Bezahlversion und bei einigen die von Werbepartnern zur Installation angebotenen Toolbars. Der größte Nutzen besteht aber in der Sammlung unbekannter Schädlinge und deren Verbreitung. Der Nutzer eines kostenlosen Antivirus-Programms ist also gleichzeitig immer ein bisschen Feldforscher für die Unternehmen.

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